Brandschutzschulung für Zugpersonal: EU-Vorgaben erklärt

Was TSI SRT und TSI LOC&PAS für die Brandschutz- und Evakuierungsschulung von Zugpersonal in der EU tatsächlich vorschreiben — und wo die Grenze liegt.

Łukasz Kamiński 6 Min. Lesezeit
Zugbegleiter führt Fahrgäste durch einen verrauchten Wagen zum Ausgang — Sinnbild für Brand- und Evakuierungstraining im Zug

Häufige Fragen

Welche EU-Verordnung regelt die Brandschutzschulung von Zugpersonal?
Verordnung (EU) Nr. 1303/2014, die TSI SRT zur Sicherheit in Eisenbahntunneln. Ziffer 4.6.1 legt fest, welche Kompetenz das Zugpersonal für Brand- und Evakuierungssituationen im Tunnel haben muss.
Gehört die Schulung des Zugpersonals zur TSI LOC&PAS?
Nein. Die TSI LOC&PAS (Verordnung (EU) Nr. 1302/2014) regelt das Fahrzeug: feuerfeste Materialien, Branddetektion, Löschausrüstung und Fluchtwege, nach der Normenreihe EN 45545. Die Kompetenz der Besatzung steht in einer eigenen Verordnung, der TSI SRT.
Was muss Zugpersonal nach TSI SRT konkret können?
Das angemessene Sicherheitsverhalten im Tunnel kennen, Personen aus einem im Tunnel angehaltenen Zug evakuieren, Fahrgäste anweisen, in einen nicht betroffenen Wagen zu wechseln oder auszusteigen, und sie an einen sicheren Ort außerhalb führen.
Muss auch das Zugbegleitpersonal für Catering oder Reinigung geschult werden?
Ja. Hilfspersonal, das nicht formal zum Zugpersonal im Sinne der TSI OPE zählt, muss zusätzlich zur Grundunterweisung geschult werden, um die Maßnahmen des Zugpersonals bei einer Evakuierung zu unterstützen.
Was unterscheidet die Brandschutzkategorien A und B bei Fahrzeugen?
Kategorie A gilt für Strecken, auf denen der Abstand zwischen Löschstellen oder die Tunnellänge 5 km nicht überschreitet. Kategorie B muss in Tunneln beliebiger Länge einsatzfähig sein, mit strengeren Anforderungen an den Schutz der Fahrgäste vor Feuer und Rauch.

Über den Autor

Łukasz Kamiński

Łukasz Kamiński

Mitgründer, VR-Produktentwicklung | Experte für Arbeits- und Brandschutz

Feuerwehrmann und Mitgründer von EHS VR. Er schreibt die Szenarien unserer VR-Trainingsanwendungen und verantwortet deren Produktentwicklung — gestützt auf Praxiswissen in Arbeitsschutz, Brandschutz und Erster Hilfe.