Quarzstaub Schulung: Was Vorschriften verlangen

TRGS 559, der EU-Grenzwert von 0,1 mg/m³ und die jährliche Unterweisungspflicht: Was Arbeitgeber bei quarzhaltigem Staub tatsächlich nachweisen müssen.

Łukasz Kamiński 4 Min. Lesezeit
Bauarbeiter schneidet Beton nass mit einer Säge, Wasser unterdrückt den Staub am Sägeblatt

Häufige Fragen

Welcher Grenzwert gilt in der EU für Quarzstaub?
Die Krebserzeuger-Richtlinie (2017/2398) setzt für alveolengängigen Quarzstaub einen verbindlichen Grenzwert von 0,1 mg/m³ als 8-Stunden-Mittelwert. Das ist doppelt so hoch wie der US-Grenzwert der OSHA (0,05 mg/m³).
Wie oft muss die Unterweisung zu Quarzstaub wiederholt werden?
TRGS 559 verlangt die mündliche Unterweisung anhand der Betriebsanweisung vor Aufnahme der Tätigkeit und danach mindestens einmal jährlich, arbeitsplatzbezogen, mit dokumentiertem Inhalt und Zeitpunkt sowie Unterschrift der unterwiesenen Person.
Warum gilt quarzhaltiger Staub als krebserzeugend?
TRGS 559 Nummer 1 (4) stuft Tätigkeiten mit alveolengängigem Staub aus kristallinem Siliciumdioxid (Quarz, Cristobalit) nach TRGS 906 als krebserzeugend ein. Selbst unterhalb der beschriebenen Expositionswertebereiche kann laut TRGS 559 ein Krebsrisiko nicht ausgeschlossen werden.
Wie streng ist der US-Standard OSHA im Vergleich zu TRGS 559?
OSHA verlangt zusätzlich, dass jeder exponierte Beschäftigte fünf konkrete Punkte nachweislich verstanden hat, prüft dies aber nicht in einem festen Jahresrhythmus. TRGS 559 hat den strengeren Zeittakt (jährlich), OSHA die detailliertere inhaltliche Vorgabe.
Kann VR-Training die vorgeschriebene Unterweisung ersetzen?
Nein. Die dokumentierte, unterschriebene Unterweisung nach Betriebsanweisung bleibt Pflicht. VR-Training kann aber die Erkennung staubender Tätigkeiten vor Ort trainieren – wiederholbar und mit spürbarer Konsequenz bei einer falschen Entscheidung, was ein einmaliger Vortrag kaum leistet.

Über den Autor

Łukasz Kamiński

Łukasz Kamiński

Mitgründer, VR-Produktentwicklung | Experte für Arbeits- und Brandschutz

Feuerwehrmann und Mitgründer von EHS VR. Er schreibt die Szenarien unserer VR-Trainingsanwendungen und verantwortet deren Produktentwicklung — gestützt auf Praxiswissen in Arbeitsschutz, Brandschutz und Erster Hilfe.

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