Störlichtbogen: Was Schulung und Schutz erfordern

Was DGUV Information 203-077, DGUV Vorschrift 3, OSHA und NFPA 70E für Schulung und PSA gegen Störlichtbögen verlangen — und wie oft wiederholt wird.

Łukasz Kamiński 6 Min. Lesezeit
Elektrofachkraft in Schutzkleidung gegen Störlichtbögen öffnet einen Schaltschrank

Häufige Fragen

Was ist ein Störlichtbogen?
Ein Störlichtbogen ist eine ungewollte, störungsbedingte Lichtbogenentladung zwischen elektrischen Anlagenteilen mit hoher elektrischer Leistung und Temperatur, verbunden mit Druckwelle, Lichtblitz und lautem Knall. Er entsteht nicht betriebsmäßig, sondern als Fehler — etwa bei einem Kurzschluss unter Last.
Welche Vorschrift regelt die Schulung gegen Störlichtbögen in Deutschland?
Es gibt keine eigene Schulungspflicht speziell für Störlichtbögen. DGUV Information 203-077 liefert die fünfstufige Risikobewertung und PSA-Auswahl, DGUV Vorschrift 3 verlangt die wiederkehrende Prüfung elektrischer Anlagen durch eine Elektrofachkraft, und die allgemeine Unterweisungspflicht aus ArbSchG § 12 verlangt Schulung bei jeder Änderung von Aufgabe oder Anlage.
Wie oft müssen elektrische Anlagen nach DGUV Vorschrift 3 geprüft werden?
Ortsfeste Anlagen alle 4 Jahre, ortsveränderliche Betriebsmittel in kürzeren, nutzungsabhängigen Fristen. Geprüft wird durch eine Elektrofachkraft oder — bei ortsveränderlichen Geräten mit geeigneter Prüftechnik — durch eine elektrotechnisch unterwiesene Person.
Was verlangt die US-Norm NFPA 70E im Vergleich?
NFPA 70E schreibt eine Risikobewertung vor jeder Arbeit unter Spannung, PSA-Kategorien nach freigesetzter Energie und eine Wiederholungsschulung höchstens alle 3 Jahre vor (Abschnitt 110.6(A)(3)–(4)) — enger gefasst und expliziter zum Wiederholungsintervall als das deutsche System, das dieselbe Aufgabe auf mehrere Vorschriften verteilt.
Kann VR das praktische PSA-Training gegen Störlichtbögen ersetzen?
Nein. Das Anpassen und Prüfen störlichtbogenfester Schutzkleidung sowie jede Arbeit unter Spannung gehören auf die reale Anlage, unter Aufsicht einer Elektrofachkraft. VR eignet sich für den Schritt davor — die Gefahr zu erkennen und sich für die Freischaltung zu entscheiden, bevor überhaupt ein Handschuh angezogen wird.

Über den Autor

Łukasz Kamiński

Łukasz Kamiński

Mitgründer, VR-Produktentwicklung | Experte für Arbeits- und Brandschutz

Feuerwehrmann und Mitgründer von EHS VR. Er schreibt die Szenarien unserer VR-Trainingsanwendungen und verantwortet deren Produktentwicklung — gestützt auf Praxiswissen in Arbeitsschutz, Brandschutz und Erster Hilfe.

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