Gehörschutz am Arbeitsplatz: Was die Vorschriften verlangen

Ab 80 dB(A) greift die Gefährdungsbeurteilung, ab 85 dB(A) die Tragepflicht. Was die LärmVibrationsArbSchV konkret fordert — im Vergleich zu USA und Polen.

Łukasz Kamiński 4 Min. Lesezeit
Symbol für Gehörschutz mit Schallwellen, stellvertretend für Gehörschutzschulung am Arbeitsplatz

Häufige Fragen

Was regelt die Schulung zum Gehörschutz am Arbeitsplatz?
Sie erklärt, wie Lärm das Gehör schädigt, welche Auslöse- und Grenzwerte gelten, wie Gehörschutz richtig ausgewählt und getragen wird, und wann Beschäftigte Anspruch auf arbeitsmedizinische Vorsorge haben. Sie ist Pflicht, sobald der untere Auslösewert erreicht wird.
Ab welchem Lärmpegel muss der Arbeitgeber reagieren?
Ab dem unteren Auslösewert von 80 dB(A) beziehungsweise 135 dB(C) Spitzenpegel ist eine Gefährdungsbeurteilung Pflicht. Ab dem oberen Auslösewert von 85 dB(A) beziehungsweise 137 dB(C) müssen Beschäftigte den bereitgestellten Gehörschutz tatsächlich tragen.
Welchen Wert darf der Lärmpegel unter keinen Umständen überschreiten?
Den Expositionsgrenzwert von 85 dB(A) beziehungsweise 140 dB(C) Spitzenpegel — unter Berücksichtigung der dämmenden Wirkung des getragenen Gehörschutzes. Dieser Wert darf, anders als die Auslösewerte, nie überschritten werden.
Wann muss die Unterweisung stattfinden?
Vor Aufnahme der Tätigkeit und danach regelmäßig, sobald der untere Auslösewert erreicht oder überschritten wird — unabhängig davon, ob der obere Auslösewert schon erreicht ist.
Gelten in den USA und Polen ähnliche Werte?
Sehr ähnliche. OSHA setzt einen einzelnen Auslösewert bei 85 dB(A) TWA an, mit einem Expositionsgrenzwert von 90 dB(A). Polen setzt den höchstzulässigen Wert (NDN) ebenfalls bei 85 dB — beide liegen damit näher am deutschen oberen als am unteren Auslösewert.

Über den Autor

Łukasz Kamiński

Łukasz Kamiński

Mitgründer, VR-Produktentwicklung | Experte für Arbeits- und Brandschutz

Feuerwehrmann und Mitgründer von EHS VR. Er schreibt die Szenarien unserer VR-Trainingsanwendungen und verantwortet deren Produktentwicklung — gestützt auf Praxiswissen in Arbeitsschutz, Brandschutz und Erster Hilfe.

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