Blutkontakt am Arbeitsplatz: Was Vorschriften verlangen

Was die Biostoffverordnung bei Blutkontakt und Stichverletzungen verlangt – im Vergleich zu OSHA 1910.1030 in den USA und den polnischen Regeln.

Łukasz Kamiński 5 Min. Lesezeit
Pulslinie über einem roten Kreuz, Symbol für Schulung zu Blutkontakt und Erregerübertragung

Häufige Fragen

Wer muss in Deutschland zu Blutkontakt unterwiesen werden?
Jede Person mit tätigkeitsbedingter Exposition gegenüber biologischen Arbeitsstoffen, nicht nur medizinisches Personal – das schließt betriebliche Ersthelfer und Reinigungskräfte ein, die Blutkontakt haben können. Grundlage ist § 14 der Biostoffverordnung.
Wie oft muss die Unterweisung wiederholt werden?
Vor Aufnahme der Tätigkeit und danach mindestens einmal jährlich, mit schriftlicher Dokumentation und Unterschrift der unterwiesenen Person. Für den Gesundheits- und Wohlfahrtsbereich konkretisiert TRBA 250 diese Pflicht zusätzlich.
Was muss die Unterweisung inhaltlich abdecken?
Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln, das Vorgehen bei Unfällen und Betriebsstörungen sowie Erste-Hilfe-Maßnahmen – alles muss in der schriftlichen Betriebsanweisung festgehalten sein, die der Unterweisung zugrunde liegt.
Wie unterscheidet sich das US-amerikanische OSHA-System?
OSHA 29 CFR 1910.1030 verlangt jährliche Schulung ab dem ersten Einsatztag, einen schriftlichen Expositionskontrollplan und eine kostenlose Hepatitis-B-Impfung innerhalb von 10 Arbeitstagen – enger gefasst auf Blutkontakt, aber mit vergleichbarer jährlicher Taktung.
Gilt in Polen dieselbe Regel?
Nein. Polen regelt Stichverletzungen nur für Einrichtungen des Gesundheitswesens gesondert (Verordnung vom 19. Juni 2013); außerhalb davon greift die allgemeine Vorschrift zu biologischen Arbeitsstoffen zusammen mit dem regulären Unterweisungszyklus des Arbeitsgesetzbuchs.

Über den Autor

Łukasz Kamiński

Łukasz Kamiński

Mitgründer, VR-Produktentwicklung | Experte für Arbeits- und Brandschutz

Feuerwehrmann und Mitgründer von EHS VR. Er schreibt die Szenarien unserer VR-Trainingsanwendungen und verantwortet deren Produktentwicklung — gestützt auf Praxiswissen in Arbeitsschutz, Brandschutz und Erster Hilfe.